24.09.2020 | Digitalisierung als Daseinsvorsorge – Smart City Emden

 

Mutig in die Zukunft: Die ostfriesische Stadt Emden zeigt, dass Smart City weit mehr ist als eine kurzfristige Digitalisierungsmaßnahme. Im Gespräch mit dem Fachmagazin 50,2 betont Haselhorst-Associates-Partner Jürgen Germies vielmehr die langfristige Perspektive einer intelligenten Stadtentwicklung: „Die Seehafenstadt hat bereits sehr frühzeitig damit begonnen, sich Gedanken um ihre digitale Fortentwicklung zu machen – und vor vier Jahren eine umfassende Digitalisierungsstrategie erarbeitet.“ Damit hat Emden so manch anderer Kommune hierzulande einiges voraus, denn: Damit das Potenzial einer digitalen Stadtentwicklung wirklich seinen nachhaltigen Charakter entfalten kann, ist die Ausarbeitung einer umfassenden Smart-City-Strategie unabdingbar.

Daneben spielt vor allem eine gut ausgebaute digitale Infrastruktur eine wichtige Rolle für den weiteren Fortschritt einer Stadt. Davon ist auch der Emder Stadtwerke-Chef Manfred Ackermann überzeugt: „Ohne schnelles Internet gibt es keine Smart City.“ Entsprechend hat sich die 50.000-Einwohner-Kommune schon seit einigen Jahren intensiv darauf fokussiert, das Glasfasernetz auszubauen. Inzwischen konnten neben den ersten Gewerbegebieten auch mehr und mehr Wohnviertel angeschlossen werden.

Leuchtturm im Norden

Die Bemühungen zahlen sich aus: Basierend auf der vergleichsweise fortschrittlich ausgebauten Digitalinfrastruktur ist Emden inzwischen in der Lage, zahlreiche weitere innovative Projekte anzustoßen. Aus den 2016 ursprünglich 15 entwickelten Digitalprojekten wurden aktuell ganze 35. Ein Beispiel: die Entwicklung eines intelligenten Stromnetzes – dem Smart Grid. Damit die Kleinstadt nämlich langfristig vom umfangreichen Ausbau der erneuerbaren Energiequellen profitieren kann, müssen zunächst die Voraussetzungen für eine volatile Einspeisung des „Grünstroms“ geschaffen werden. „Auch dabei ist natürlich die Digitalisierung der Schlüssel“, ist sich Manfred Ackermann sicher. Dazu arbeitet Emden intensiv am Aufbau einer IoT-Plattform. Langfristig wolle man zudem vor allem die Smart-Meter- und LoRaWAN-Infrastruktur nutzen, um die erforderlichen Daten aus dem Verteilnetz zu generieren und Anlagen zu steuern.
Emden hat den Puls der Zeit erkannt und weiß, wie wichtig eine nachhaltige und intelligente Stadtentwicklung für den langfristigen Erhalt der Attraktivität der Kommune ist. Jürgen Germies bringt den Esprit der Kleinstadt im Gespräch mit 50,2 auf den Punkt: „In Emden – und das ist vielleicht auch der Unterschied zu anderen Kommunen – hat man die anstehenden Themen immer mit einer guten Mischung aus visionärem Denken und kaufmännischer Bodenständigkeit betrachtet.“

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