Strommasten mit Stadt im Hintergrund

 | Trends in der Energiewirtschaft 2021

 

Die Energiewirtschaft steht unter anderem vor den Herausforderungen der umfassenden Digitalisierungen, welche die Energiewende mit sich bringt, wobei die Pandemie auch in dieser Branche die Transformation vorantreiben wird. Daneben sind für 2021 einige Trends zu erwarten, die für die weitere Entwicklung der Versorgungsunternehmen von entscheidender Bedeutung sein werden.

Die Energieversorgung befindet sich weiterhin mitten in der Transformation. Der Ausbau von Netzen und Entwicklung innovativer digitalen Lösungen zur Verteilung der dezentral erzeugten erneuerbarer Energien wird weitergehen. Dazu zählen auch der Einsatz hoch entwickelter Smart Grids mit Elementen künstlicher Intelligenz (KI) und die Vernetzung ganzer Regionen, also die Entwicklung von Smart Countries. Die Pandemie wird die Digitalisierung auch in der Energiewirtschaft vorantreiben: Prozessautomatisierungen sind gefragt, also zum Bespiel ein voll ausgereiftes Smart Metering für Strom, Wasser und Gas; das betrifft natürlich auch die längst nicht abgeschlossene interne Digitalisierung der Unternehmen.

Ausbau der digitalen Daseinsvorsorge

Denn 2019 hatten keine 50% der Versorgungsunternehmen eine Digitalisierungsstrategie, obwohl die meisten sie immerhin planten, eine Roadmap zur Transformation der gesamten internen Organisation und Prozesse. Diese Umstellung erfordert Zeit, Investitionen und ein exzellentes Change-Management. Außerdem verändert sich das Kerngeschäft der Versorger massiv: Gut aufgestellte Unternehmen werden auch weiterhin die digitale Daseinsvorsorge übernehmen, eine Versorgung mit schnellen Breitbandanschlüssen auf Glasfaserbasis sowie mit öffentlichem WLAN und dazu neue Geschäftsmodelle an den Markt bringen – neben den bisher bereitgestellten Smart-City-Lösungen für die Elektromobilität. Zur Entwicklung eines angemessenen digitalen Reifegrades brauchen die Energieversorger aber einen ganzheitlichen Ansatz zur internen Digitalisierung.

Datenmengen für neue Geschäftsmodelle

Wenn die Prozesse zur Energieversorgung und einer flächendeckenden Glasfaservernetzung weitgehend automatisiert worden sind, dann verfügen die Unternehmen über viele wertvolle Kundendaten. Anhand dieser Datenmengen aus Netzbetrieb, Smart Metering und Abrechnungssystemen, Services für E-Mobilität oder den Partnerschaften mit externen Einspeisern werden die Versorger mehr über die Bedürfnisse ihrer Kunden erfahren und so innovative Geschäftsmodelle entwickeln. Auf der Basis eines umfassenden Data Mining können sie kundenspezifische Produkte und Services anbieten – von Routern oder Software für Internet und Telefonie bis hin zu Smart-City-Angeboten wie Car-Sharing oder Smart Home.

Angebote zum Ausbau von Smart City

Das klassische Geschäft der Versorger wird sich ganz verändern. Manche Stadtwerke nehmen neben den beschriebenen Trends die Entwicklung von Smart Cities gemeinsam mit regionalen Verantwortlichen in die Hand und treiben Projekte voran, etwa als Anbieter der Netze und Lösungen für die smarte Verkehrssteuerung oder Parkplatzregelung. Je stärker sich Unternehmen der Energiewirtschaft bei Smart Cities engagieren, desto mehr innovative Geschäftsfelder werden sich ihnen eröffnen.