Neben dem Ranking haben wir uns in diesem Jahr noch einem weiteren Thema gewidmet: Städte im Angesicht der Herausforderungen der Digitalisierung im nationalen und internationalen Vergleich - und vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie. In Kooperation mit dem Fachgebiet "Entwerfen und Stadtentwicklung" der Technischen Universität Darmstadt ist dabei ein umfangreicher Spezialbericht entstanden, der sich intensiv mit den Chancen und Risiken auseinandersetzt, welche die Digitalisierung den Kommunen in diesem Kontext bietet.

 | Spezialbericht Digitales Deutschland: Smart-City-Ranking 2020

 

Neben unserer Studie „Digitales Deutschland: Smart-City-Ranking 2020“ sind wir gemeinsam mit der Technischen Universität Darmstadt einer wichtigen Frage auf den Grund gegangen: In welcher Situation befinden sich die Städte angesichts der Herausforderungen der Digitalisierung im nationalen und internationalen Vergleich? Die Untersuchung entstand während der Pandemie. Deshalb widmeten sich die Beteiligten von Haselhorst Associates und der TU Darmstadt auch der Frage nach der Krisensicherheit und Resilienz digitalisierter oder smarter Städte.

Dabei ist ein umfangreicher Spezialbericht entstanden, der sich intensiv mit den Chancen und Risiken auseinandersetzt, welche die Digitalisierung den Kommunen bietet. Er soll zur allgemeinen Diskussion über die Digitalisierung beitragen, bietet einen Einblick in digitale Technologien und eröffnet Möglichkeiten für die Entwicklung oder Fortschreibung lokalspezifischer Strategien – auch vor dem Hintergrund der Pandemie.

Neben den technologischen Aspekten widmet der Bericht sich den gesellschaftlichen Chancen und Risiken, die mit der Digitalisierung verbunden sind. Die Autoren gehen aus von der Tatsache, dass die Digitalisierung nicht alleine ein technologischer, sondern zugleich ein gesellschaftspolitscher Transformationsprozess ist. Bereits heute zeichne sich die Entwicklung einer „Online-Gesellschaft“ mit aktiver Nutzung digitaler Medien und einer „Offline-Gesellschaft“ ab, die an der elektronischen Kommunikation und Interaktion sehr viel weniger beteiligt ist. Diese digitale Kluft sei zu vermeiden. Denn davon hänge nicht alleine die Reduktion sozialer Ungleichheit ab, sondern der Erfolg kommunaler Digitalisierungsstrategien sei immer auch gebunden an Transparenz, Teilhabe und Mitgestaltung durch alle Menschen.

Einen besonderen Abschnitt widmet der Bericht der COVID-19-Pandemie, die sehr deutlich zu einem Schub der Digitalisierung beigetragen habe – handele es ich nun um neue Investitionen des Bundes oder den hohen Bedarf an digitaler Kommunikation, der sich durch Rekordmeldungen zum Datenaustausch an den Internetknotenpunkten belegen lässt. Die länderübergreifende Quarantäne löste eine neue Dimension an digitaler Vernetzung aus.

Des Weiteren befassen sich die Autoren detailliert mit dem „Smart-City-Ranking 2020“ und daraus resultierenden Erkenntnissen. Keine der untersuchten Städte kommt in der Bewertung bisher auf einen Digitalisierungsgrad von 50 Prozent. Besonders mit Blick auf die Strategieentwicklung gibt es weiterhin erheblichen Nachholbedarf. Die Planung ist in vielen Städten zwar durchaus weit fortgeschritten, aber selbst die Vorreiter der Studien von 2018 und 2019 haben ihre Strategien nicht weiter ausgebaut. – Kommunen hätten insbesondere dann Vorteile, wenn sie sich zu Smarten Regionen zusammenschließen – für den interregionalen Austausch zwischen Städten, Stadtteilen und ihrem ländlichen Umfeld. Das Ziel dabei ist es, innerhalb von synergetischen Netzwerken gemeinsam die Entwicklung der Digitalisierung systematisch voranzutreiben.

Der Bericht erörtert ferner die Entwicklung der Telemedizin in Deutschland sowie insbesondere die Krisensicherheit und Resilienz von Städten im Spannungsverhältnis der aktuellen Krise.