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| Smart City langfristig denken


Während die Coronakrise die Welt zwischenzeitlich zum Stillstand gebracht hat, durfte die Umwelt aufatmen: Laut einer Studie von 13 internationalen Klimaforschern sind die CO2-Emissionen rund um den Globus vorübergehend um 17 Prozent gesunken. Besonders Emissionen im Verkehr sind während der Ausgangsbeschränkungen stark zurückgegangen. Mit der Rückkehr zur Normalität stellt sich jedoch die Frage: Wie ist es möglich, die Emissionen in Städten weiter gering zu halten?

Hier greifen Smart-City-Konzepte: Mit Hilfe der Digitalisierung kann das Leben in den Städten nicht nur besser verknüpft, sondern dadurch vor allem umweltschonender gestaltet werden. Ein Beispiel: Dank eines intelligenten Stromnetzes lässt sich der Einsatz regenerativer Energiequellen wesentlich leichter steuern.

Aber in Deutschland ist die Smart City noch lange nicht die Norm – ganz im Gegenteil. Nicht einmal ein Viertel der größten Städte hierzulande weisen einen Digitalisierungsgrad von über zwölf Prozent auf. Dies geht aus unserer Smart-City-Studie aus dem vergangenen Jahr hervor. Maßstab war hierbei eine perfekte Smart City, also eine Kommune, die über einen Digitalisierungsgrad von 100 Prozent verfügt. Die Städte wurden dann unter Berücksichtigung von acht Smart-City-Segmenten beurteilt. Das Ergebnis: Köln gilt mit 41 Prozent als Deutschlands smarteste Stadt; generell sind auf den vordersten Plätzen vor allem die Metropolen vertreten.

Trendsetter-Stadt Emden

Zugleich gelingt es jedoch auch einer Kleinstadt, sich seit zwei Jahren in den Top 20 zu positionieren: Emden. Die ostfriesische Kommune ist bereits seit 2016 bemüht, nachhaltiger und zukunftssicherer zu werden. Dazu hat die Stadt eine Digitalisierungs-Roadmap entwickelt, die alle Lebensbereiche der Stadt einbezieht.

Zu den ursprünglichen 15 Projekten zählt etwa auch der Ausbau des Glasfasernetzes. Deutschland schneidet hier – wie in einer aktuellen OECD-Studie deutlich wird – schlecht ab, hat gar nur 3,6 Prozent Glasfaseranschlüsse. Emden hingegen ist hier schon weiter fortgeschritten: Seit 2016 konnten nicht nur einige Gewerbegebiete, sondern auch die ersten Wohngebiete mit Glasfaseranschlüssen ausgestattet werden.

Auf dem Erfolg hat sich die Gemeinde jedoch nicht ausgeruht: Die ostfriesische Seehafenstadt hat im Februar 2020 ihre Digitalisierungs-Roadmap überarbeitet – als einzige Stadt Deutschlands. Die neue Agenda, die einem U-Bahn-Fahrplan ähnelt, zeigt die starke Verknüpfung der einzelnen Themen. Insgesamt sollen in den kommenden Jahren rund 35 Digitalprojekte realisiert werden. Emden bildet somit ein Vorbild für viele weitere Gemeinden – vor allem, weil die Stadt verstanden hat: Smart City, das heißt Fortschritt und Kontinuität.
 


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