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| Dezentrale Energieversorgung am Beispiel der Kleinstadt Emden


Ein intelligentes Energiesystem auf Basis 100 Prozent erneuerbarer Energiequellen? Was für die Vielzahl der Städte in Deutschland noch in weiter Ferne liegt, könnte für die ostfriesische Kleinstadt Emden schon baldige Realität werden. Die rund 50.000-Einwohner-Kommune hat sich bereits seit einigen Jahren dem Ausbau der regenerativen Energien verschrieben.

Schon im Sommer 2016 hat Emden das Projekt „Intelligente Energiestadt“ ins Leben gerufen und seither alles an die Schaffung eines smarten und zunehmend flexiblen Energiesystems auf Basis ausschließlich nachhaltiger Stromquellen gesetzt. Inzwischen kann sich der grüne Energiemix der Seehafenstadt mehr als sehen lassen: Neben dem Windpark am Larrelter Polder und Solar- und Photovoltaikanlagen auf privaten und städtischen Gebäuden liefert auch ein Biomasseheizkraftwerk regenerativ erzeugten Strom zu.

Smart Grid – ein intelligentes Stromnetz

Während zahlreiche andere Kommunen zwar ebenfalls vermehrt in den Ausbau grüner Energiequellen investieren, haben viele noch mit der dezentralen Stromversorgung der lokalen Wirtschaft und Bewohner zu kämpfen. Ihnen stehen beispielsweise die Regularien im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes sowie die mangelnde Fähigkeit im Weg, Grünstrom vor Ort speichern zu können.

Die Herausforderungen geht Emden aktiv an: Gemeinsam mit der Hochschule Emden/Leer haben die lokalen Stadtwerke etwa intensiv an der Entwicklung einer Power-to-Gas-Anlage getüftelt. Damit kann überschüssiger Windstrom zunächst in Wasserstoff umgewandelt und schließlich im normalen Erdgasnetz gespeichert werden. Daneben setzt die Kleinstadt alles daran, die Stromverteilung flexibler zu gestalten und zu steuern – und investiert in den Aufbau eines Smart Grid. Mit Hilfe des intelligenten Stromnetzes ließe sich langfristig der unstete Zufluss regenerativer Energien aufgrund wechselnder Witterungsbedingungen ausgleichen.

Das Beispiel macht deutlich: Eine intelligente Stadtentwicklung ist keine Frage der Einwohnerzahl. Vielmehr kommt es auf ein umfangreich ausgearbeitetes Gesamtkonzept an, in dem alle Beteiligten einer Kommune Berücksichtigung finden: von der Politik, der Wirtschaft, den lokalen Versorgungswerken bis hin zu den Bewohnern.
 


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